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Asiatische Hornisse (Vespa velutina) in Berlin & Brandenburg erkennen – Informationen für Imker und Bevölkerung

Asiatische Hornisse (Vespa velutina) – Informationen für Imker und Bevölkerung

Die Asiatische Hornisse, Vespa velutina, breitet sich zunehmend in Deutschland aus und wird auch in Berlin und Brandenburg in der Zukunft nicht nur punktuell in Form einer Sprungausbreitung nachgewiesen (bekannt 10.2023 – Sekundärnest in Berlin, 07.2026 Sekundärnest in Eisenhüttenstadt). Als Imker, Bienensachverständiger sowie Wespen- und Hornissenberater ist mir eine sachliche Aufklärung besonders wichtig. Nicht jede große Wespe oder Hornisse ist automatisch eine Asiatische Hornisse. Eine sichere Bestimmung hat immer Vorrang vor jeder Maßnahme.

Was sollten Bürgerinnen und Bürger tun?

Richtig handeln

  • Ruhe bewahren
  • Fotos oder Videos aufnehmen
  • Fundort dokumentieren
  • Abstand zum Nest halten
  • Keine Bekämpfungsversuche starten
  • Sichtung zur Bestimmung weiterleiten

Hilfreiche Dokumentation

  • Mehrere Fotos aus verschiedenen Perspektiven
  • Kurzes Video des Flugverhaltens
  • Genaue Ortsangabe
  • Datum und Uhrzeit
  • Bei Nestern zusätzlich Höhe und Lage

Wo erhalten Sie Hilfe bei der Bestimmung?

Sichtungen sollten dokumentiert und an die zuständigen Ansprechpartner weitergegeben werden. Bitte übermitteln Sie möglichst aussagekräftige Fotos oder Videos sowie den genauen Fundort.

Was ist nicht in Ordnung?

  • ❌ Tiere oder Nester eigenständig bekämpfen oder zerstören
  • ❌ Hornissen ohne sichere Bestimmung töten
  • ❌ Nester mit Feuer, Wasser oder Insektenspray behandeln
  • ❌ Fangfallen wahllos einsetzen
  • ❌ Jede Hornisse automatisch als Asiatische Hornisse bezeichnen
  • ❌ Panik verbreiten oder Falschinformationen weitergeben
Unser Grundsatz lautet: Erst bestimmen – dann handeln.

Warum sind Fangfallen problematisch?

Viele Fangfallen unterscheiden nicht zwischen Asiatischen Hornissen und anderen Insekten. Dadurch werden häufig auch Wildbienen, Schmetterlinge, heimische Wespen, Fliegen sowie die geschützte Europäische Hornisse gefangen.

Der ökologische Schaden kann erheblich sein. Nicht selektive Fangfallen werden deshalb von Fachstellen kritisch bewertet. Sinnvoller sind die Dokumentation von Sichtungen, eine sichere Bestimmung sowie die Meldung an die zuständigen Ansprechpartner.

Hinweis zum Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)

Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz dürfen wildlebende Tiere grundsätzlich nicht ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden.

Die heimische Europäische Hornisse steht zusätzlich unter besonderem Schutz. Wer Tiere ohne sichere Bestimmung tötet oder Nester zerstört, gefährdet geschützte Arten und riskiert Verstöße gegen das Naturschutzrecht.

Besondere Gefahr bei Nestern der Asiatischen Hornisse

Die Asiatische Hornisse kann sehr große Völker mit mehreren tausend Individuen bilden. Werden Nester gestört, können zahlreiche Arbeiterinnen gleichzeitig zur Verteidigung ausfliegen.

  • ⚠️ Normale Imkeranzüge bieten keinen sicheren Schutz bei Arbeiten am Nest.
  • ⚠️ Stachel können Handschuhe und Schutzkleidung durchdringen.
  • ⚠️ Auch dicke Handschuhe schützen nicht zuverlässig.
  • ⚠️ Imkerschleier und Standard-Visiere sind nicht für Hornissenabwehr ausgelegt.
  • ⚠️ Gesicht, Hals und Augen können unzureichend geschützt sein.
  • ⚠️ Bei der Nestverteidigung können Abwehrsekrete bzw. Flüssigkeiten verspritzt werden.
  • ⚠️ Normale Imkerkleidung schützt gegen diese Flüssigkeiten nicht ausreichend.

Nestsuche, Nestbekämpfung und Nestentfernung sollten ausschließlich durch entsprechend geschulte und ausgerüstete Fachkräfte erfolgen.

Gemeinsam sachlich aufklären

Imkerinnen und Imker sind häufig die ersten Ansprechpartner für die Bevölkerung. Umso wichtiger ist eine ruhige, fachliche und verantwortungsbewusste Kommunikation.

Jede bestätigte Sichtung hilft dabei, die Ausbreitung besser zu erfassen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Gleichzeitig schützen wir durch eine sichere Bestimmung unsere heimischen Wespen- und Hornissenarten.

Fragen zur Asiatischen Hornisse?

Fotografieren – dokumentieren – melden.
Nicht fangen. Nicht töten. Nicht selbst bekämpfen.

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